Die kurze Antwort: trocken, eben und fest
Belegreif ist ein neuer Estrich, wenn die CM-Messung die Grenzwerte des TKB-Merkblatts 16 in der Fassung vom Dezember 2024 einhält. Vor Laminat, Vinyl, Linoleum oder Teppich sind das bei unbeheiztem Zementestrich höchstens 2,0 CM-% und bei beheiztem höchstens 1,8 CM-%. Calciumsulfatestrich braucht 0,5 CM-% unbeheizt und 0,3 CM-% beheizt. Für Parkett gelten bei der Querschnittsmessung strengere Werte auf Zementestrich, nämlich 1,8 und 1,6 CM-%. Dazu muss der Untergrund eben genug und an der Oberfläche fest sein.
Diese Werte sind keine Gesetzeszahlen, sondern die gemeinsame Empfehlung der Verbände für Parkett, Fußbodentechnik und Raumausstattung. Sie gelten für neue Estriche und sollen laut Merkblatt „erreicht oder besser unterschritten werden“. Wer sich darauf beruft, sollte immer vier Dinge dazusagen: welcher Estrich, beheizt oder nicht, welcher Belag und welche Messmethode. Ohne diese Angaben ist eine Zahl wie „2 Prozent“ wertlos.
Warum Feuchte im Estrich den neuen Boden gefährdet
Ein Zementestrich enthält beim Einbau viel Wasser, das über Wochen und Monate an die Raumluft abgegeben wird. Liegt zu früh ein dichter Belag darauf, kann das Wasser nicht mehr nach oben entweichen.
Was dann passiert, hängt vom Belag ab. Holz nimmt Feuchte auf, quillt und kann sich aufwölben oder in den Fugen hochdrücken. Unter verklebten elastischen Belägen kann der Kleber seine Haftung verlieren, sodass sich Blasen oder offene Nähte bilden. Bei Laminat und Klick-Vinyl sammelt sich die Feuchte unter der Unterlage, und am Rand kann sich Schimmel bilden.
Ein zweiter Punkt ist das Schwinden. Estrich zieht sich beim Trocknen zusammen, und ein Belag, der zu früh aufgeklebt wird, macht diese Bewegung mit. Risse im Estrich können sich dann durch die Nähte oder die Fugen des Belags zeichnen.
So läuft eine CM-Messung ab
Die CM-Methode ist in Deutschland das anerkannte Verfahren, um die Restfeuchte von Estrich zu bestimmen. Sie misst chemisch, wie viel Wasser in einer Probe aus dem Estrich steckt.
Zuerst kann man mit einem elektrischen Gerät vorprüfen, das die Feuchte kapazitiv über die Oberfläche schätzt. So findet man die feuchteste Stelle im Raum, etwa in einer Ecke ohne Luftzug oder unter einem Fenster, das selten geöffnet wird. Ein Nachweis ist diese Vorprüfung nicht, dafür folgt die CM-Messung.
Dafür wird an der gewählten Stelle Estrich aus dem Querschnitt entnommen, also aus der ganzen Dicke und nicht nur von der Oberfläche. Die Probe wird zerkleinert und abgewogen, beim Zementestrich 50 g, beim Calciumsulfatestrich 100 g. Sie kommt mit Stahlkugeln und einer Ampulle Calciumcarbid in eine Druckflasche. Beim Schütteln reagiert das Wasser mit dem Carbid zu Gas, und das Manometer zeigt den Druck an. Daraus liest man den Feuchtegehalt in CM-% ab.
Wie oft gemessen wird, regelt das Merkblatt ebenfalls. Bei Flächen bis 100 m² sind 1 bis 2 Messungen vorgesehen, darüber eine je 200 m², und mindestens eine je Etage oder je Wohnung. Bei Fußbodenheizung braucht jeder Raum mindestens eine ausgewiesene Messstelle, ein Raum über 50 m² mindestens zwei. Die Messstellen sind im Estrich markiert, damit beim Bohren kein Heizrohr getroffen wird.
Die Grenzwerte auf einen Blick
Die folgende Tabelle gibt die empfohlenen Höchstwerte für neue Estriche wieder. Quelle ist das TKB-Merkblatt 16, Stand Dezember 2024, das die Verbändeempfehlung vom August 2022 übernimmt.
| Belag und Messart | Zementestrich unbeheizt | Zementestrich beheizt | Calciumsulfat unbeheizt | Calciumsulfat beheizt |
|---|---|---|---|---|
| Textile und elastische Beläge, Laminat, mehrschichtige Klickbeläge | 2,0 CM-% | 1,8 CM-% | 0,5 CM-% | 0,3 CM-% |
| Parkett, Messung im Querschnitt (Estrich bis 65 mm) | 1,8 CM-% | 1,6 CM-% | 0,5 CM-% | 0,3 CM-% |
| Parkett, Messung im unteren Bereich | 2,0 CM-% | 1,8 CM-% | 0,5 CM-% | 0,3 CM-% |
Drei Hinweise gehören zu dieser Tabelle. Die Werte gelten laut Merkblatt auch dann, wenn dem Estrich Zusatzmittel beigemischt wurden, die ihn schneller trocknen lassen sollen. Nur bei Schnellzementen müssen die Herstellerangaben zur Belegreife eingehalten werden. Und die älteren Werte aus der BVF-Richtlinie 9 von 2015 sind für Parkett überholt, weil die Querschnittswerte heute strenger sind.
Die KRL-Methode als zweite Meinung
Neben der CM-Messung gibt es die KRL-Methode, die korrespondierende relative Luftfeuchte. Dabei kommen Stemmproben in einen Messbecher, und nach einer Ausgleichszeit wird die Luftfeuchte über der Probe gemessen.
Das TKB-Merkblatt 18 vom März 2024 nennt dafür als Richtwert höchstens 80 % relative Luftfeuchte bei unbeheizten und höchstens 75 % bei beheizten neuen Estrichen. Bei alten Untergründen im normalen Wohnklima sind Werte um 50 % zu erwarten. Deutlich höhere Werte in einer bewohnten Wohnung deuten auf einen versteckten Mangel hin, etwa auf Feuchte von unten.
Das Parketthandwerk sieht die Methode in seinem Hinweisblatt 05 vom April 2024 als Stand der Technik. Eine allgemein anerkannte Regel des Faches ist sie laut diesem Blatt aber noch nicht. Für Verträge bleibt deshalb die CM-Messung der Maßstab, die KRL-Messung ist eine sinnvolle Ergänzung bei Zweifeln.
Neubau, Altbau, Keller: wo in Düsseldorf gemessen werden muss
Ob gemessen wird, hängt vor allem vom Alter des Estrichs ab. Neue Estriche werden immer geprüft, alte nur dann, wenn es einen Anlass gibt.
In den Neubauquartieren in Derendorf oder Heerdt übernehmen Käufer ihre Wohnung manchmal mit frischem Heizestrich. Dort ist die CM-Messung Pflicht, und das Aufheizprotokoll des Bauträgers gehört auf den Tisch. Fehlt es, ist das nach den Prüfpflichten der Verlegenormen ein Grund, Bedenken anzumelden.
Alte Estriche in den Nachkriegshäusern von Bilk oder in den Siedlungen der 1960er werden laut Hinweisblatt des Parketthandwerks in der Regel nicht auf Feuchte geprüft. Nach Jahrzehnten im Wohnklima haben sie ihr Anmachwasser längst abgegeben. Das gilt auch für Trockenestrich und Estriche auf Holzbasis.
Anders liegt der Fall bei Kellern und Souterrains, wie sie etwa in Langenfeld zu Einliegerwohnungen ausgebaut werden. Dort kann Feuchte aus dem Erdreich kommen, und die Ursache muss vor dem Belag geklärt sein. Ebenso nach einem Leitungswasserschaden, wie er in Mehrfamilienhäusern im Berliner Viertel in Monheim am Rhein vorkommt. Nach der Trocknung durch einen Fachbetrieb wird erneut gemessen, bevor der neue Boden kommt.
Eben und fest: die zwei anderen Prüfungen
Feuchte ist nur ein Teil der Belegreife. Ein trockener Estrich, der wellig ist oder an der Oberfläche absandet, trägt den neuen Boden genauso schlecht.
Die Ebenheit prüft man mit Richtlatte und Messkeil. Die DIN 18202 legt dafür Toleranzen fest, in den verbreiteten Abdrucken ihrer Tabelle 3 stehen für flächenfertige Böden 4 mm Stichmaß auf 1 m Messpunktabstand. Für dünne, verklebte Beläge wird in der Regel nachgespachtelt, auch wenn die Toleranz eingehalten ist. Wie das geht und was es kostet, steht unter Boden ausgleichen.
Die Festigkeit zeigt sich beim Kratzen, Klopfen und Abkleben. Eine Oberfläche, die unter dem Schraubendreher sandet, muss geschliffen und verfestigt werden. Hohl klingende Stellen deuten auf Ablösungen hin, die vor dem Verlegen geöffnet werden. Nach Angaben von Fachbetrieben zu DIN 18356/18365 gehören auch Verunreinigungen wie Öl, Wachs oder Lack, fehlende Randdämmstreifen und Risse zu den Punkten, bei denen der Verleger Bedenken anmelden muss.
Dazu kommt das Raumklima. Nach Angaben von Fachbetrieben soll die Raumtemperatur beim Verlegen mindestens 18 °C betragen, die Untergrundtemperatur mindestens 15 °C und die relative Luftfeuchte nicht über 75 %. In einer Wohnung, die im Winter leer steht, heißt das: Heizung einige Tage vorher einschalten.
Wer für den trockenen Estrich verantwortlich ist
Den belegreifen Untergrund muss der Auftraggeber bereitstellen, prüfen muss ihn der Verleger. So beschreibt es das TKB-Merkblatt 16 unter Bezug auf die Kommentarliteratur zur VOB.
Nach DIN 18365 und DIN 18356 muss der Verleger vor Beginn prüfen und bei nicht genügend trockenem Untergrund Bedenken nach § 4 Abs. 3 VOB/B anmelden. Die VOB/B gilt allerdings nur, wenn sie vereinbart ist, und gegenüber Verbrauchern nur eingeschränkt. Das Merkblatt empfiehlt außerdem, dass der Auftraggeber bestätigt, welche Grenzwerte gelten sollen. Nennt er einen eigenen Wert, soll der Verleger ebenfalls Bedenken anmelden.
Bei Fußbodenheizung kommt das Belegreifheizen hinzu. Laut BVF-Richtlinie 9 ist es nach VOB eine besondere Leistung, die gesondert vergütet wird, und der Verleger entscheidet, ob sie nötig ist. Das Aufheizprotokoll sollte der Bauträger oder Bauherr vorlegen können, bevor der Verlegetermin steht.
Was Sie vor dem Messtermin vorbereiten können
Wer vorbereitet ist, spart einen zweiten Termin. Diese Punkte helfen bei jeder Messung, ob im Neubau oder nach einem Wasserschaden.
- Estrichart und Einbaudatum vom Bauträger oder aus den Bauunterlagen besorgen.
- Aufheizprotokoll bei Fußbodenheizung anfordern, dazu den Plan mit den Messstellen.
- Heizung und Lüftung so einstellen, dass der Raum nicht auskühlt und nicht dauerhaft feucht ist.
- Bei Wasserschaden das Trocknungsprotokoll des Fachbetriebs bereithalten.
- Baujahr des Hauses und bekannte Hinweise auf alte Kleber oder Platten nennen, wie es § 5a GefStoffV verlangt.
Wie wir den Untergrund prüfen
Beim kostenlosen Termin vor Ort messen wir die Feuchte elektrisch vor und machen dort, wo es nötig ist, eine CM-Messung. Wir legen die Richtlatte auf, klopfen Hohlstellen ab und prüfen die Festigkeit der Oberfläche. Das Ergebnis schreiben wir ins Protokoll, und das Angebot nennt die Vorarbeiten als eigene Positionen. Ist der Estrich noch zu feucht, sagen wir Ihnen das vor dem Termin und nicht erst am Verlegetag.
Wir arbeiten in Düsseldorf und den Nachbarstädten, vom Neubau in Derendorf bis zum Einfamilienhaus in Hilden. Einen neuen Nassestrich bauen wir nicht ein, dafür ist der Estrichleger zuständig. Wir kommen, sobald er belegreif ist, und verlegen darauf Vinyl, Laminat, Parkett oder Teppich.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Boden ausgleichen: Schichtdicken, Trocknung und Preise, wenn der Estrich nicht eben genug ist.
- Bodenbelag auf Fußbodenheizung: welcher Wärmedurchlasswiderstand gilt und warum verklebt oft besser leitet.
- Parkett verlegen: Akklimatisieren, Raumklima und die strengeren Feuchtewerte für Holz.
- Ablauf und Dauer: wie Messung, Vorarbeiten und Verlegung in Tagen zusammenpassen.
Messen lassen, bevor der Belag bestellt ist
Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Estrich bereit ist, rufen Sie uns an unter 0231 989 43846, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr. Wir kommen zum Aufmaß, prüfen Feuchte, Ebenheit und Festigkeit und sagen Ihnen, wann verlegt werden kann. Ein vorhandenes Mess- oder Aufheizprotokoll erwähnen Sie am besten im Formular am Ende dieser Seite.
