Wenn jeder Schritt im Obergeschoss zu hören ist
Es ist halb sechs, und wer zur Frühschicht aufsteht, weckt das ganze Haus: Jede Diele im oberen Flur meldet sich, am lautesten vor der Schlafzimmertür. So klingt es in vielen Werks- und Siedlungshäusern in Gerresheim, die hundert Jahre oder älter sind. Wir finden heraus, woher das Knarren kommt, ziehen die Dielen nach und schleifen sie auf Wunsch neu. Für 35 m² Altbau-Dielen mit Schliff und Oberfläche rechnen Sie erfahrungsgemäß mit 1.200–2.150 € Arbeitslohn ohne Material. Das gilt für Eigentümer von Reihenhäusern ebenso wie für Mieter mit Zustimmung des Vermieters.
Nicht jeder Boden muss geschliffen werden. Manchmal genügt es, die lauten Stellen festzuschrauben und einen neuen Belag darüberzulegen. Beim Aufmaß gehen wir jeden Raum ab, hören hin und schlagen vor, was sich lohnt. Das Angebot umfasst dann alles vom Nachziehen bis zur Sockelleiste.
Reihenhaus, Werkswohnung, Nachkriegsblock
In Gerresheim stehen Häuser aus mehreren Jahrhunderten, und mit ihnen verschiedene Böden. Welcher bei Ihnen liegt, zeigt erst der Blick unter den Belag. Drei Ausgangslagen sehen wir häufig.
Das Werkshaus der Glashütte. An der Heyestraße stehen Werkswohnungen als Reihenhäuser mit Nutzgärten. Die Balkendecken sind knapp bemessen, die Dielen dünn und genagelt. Nach so vielen Jahrzehnten knarren sie, besonders im Obergeschoss.
Das Siedlungshaus der 1920er. Nördlich der Benderstraße liegen Reihenhaussiedlungen aus den frühen 1920er Jahren. Auch hier tragen Holzbalken die Obergeschosse, oft mit mehrfach überklebten Dielen. Die Burghofsiedlung ist noch älter, sie entstand zwischen 1904 und 1906.
Die Wohnung an der Torfbruchstraße. Dort prägt Geschosswohnungsbau der Nachkriegszeit das Bild. Auf der Betondecke liegt Zementestrich, und das Knarren ist hier kein Thema. Dafür geht es um alte Beläge, Kleberreste und einen ebenen Untergrund.
Stift, Stadt und Glashütte
Gerresheim ist aus einem Frauenstift des 9. Jahrhunderts gewachsen und war bis 1909 eine eigene Stadt. Um den Gerricusplatz stehen noch Fachwerkhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, und der historische Ortskern ist ein Denkmalbereich.
Ab 1864 prägte die Glashütte den Ort, bis 2005 die letzten Öfen erloschen. Für die Arbeiter entstanden Werkswohnungen, einfach gebaut und mit wenig Holz in den Decken. Nach dem Krieg zogen viele Menschen aus anderen Stadtteilen zu, weil Gerresheim weitgehend unzerstört geblieben war. Deshalb sind hier so viele alte Holzböden erhalten, und deshalb knarrt es in so vielen Häusern.
Dielen, Balken und Höhen in Gerresheimer Häusern
Wer das Knarren beheben will, muss wissen, wie der Boden gebaut ist. Wir sehen uns vier Dinge an, bevor wir Hand anlegen.
Wie Dielen und Balken zusammenhängen
In den Werks- und Siedlungshäusern liegen die Dielen direkt auf den Balken. Sie sind mit Nägeln befestigt, die sich über die Jahrzehnte gelockert haben. Zwischen den Balken liegt oft eine Schüttung oder ein Hohlraum.
Treppen, Türen und Schwellen
Das Obergeschoss erreicht man über eine schmale Holztreppe, die ebenfalls knarren kann. Die Türen sind knapp über den alten Dielen eingestellt. Kommt ein neuer Aufbau hinzu, müssen Türblätter gekürzt und Schwellen angepasst werden.
Schall zwischen den Etagen
Im Reihenhaus hört man sich selbst, in geteilten Häusern auch den Nachbarn. Knarrende Dielen und federnde Balken übertragen Schritte deutlich. Ist das Haus in Eigentumswohnungen geteilt, gilt beim Belagwechsel der Trittschallschutz aus der Bauzeit; das Urteil dazu erklären wir auf der Seite zur Friedrichstadt.
Feuchte im Erdgeschoss
Manches Siedlungshaus hat im Erdgeschoss Dielen über einem flachen Keller oder einem Kriechraum. Dort prüfen wir, ob das Holz trocken ist und Luft unter den Boden kommt. Morsche Stellen tauschen wir, bevor irgendetwas darauf gelegt wird.
Knarrende und federnde Dielen: Ursache finden, dann handeln
Ein Knarren hat nicht immer dieselbe Ursache, und jede braucht eine andere Antwort. Deshalb hören wir zuerst hin und gehen den Boden in Ruhe ab, bevor wir schrauben.
Gelockerte Nägel
Die häufigste Ursache: Die Nägel sitzen nicht mehr fest, und die Diele bewegt sich beim Auftreten auf und ab. Das Knarren kommt vom Nagel, der im Holz reibt. Wir ziehen die Diele mit Schrauben auf den Balken, vorgebohrt und mit versenktem Kopf. Die Löcher spachteln wir später zu oder schleifen sie mit.
Dielen, die aneinander reiben
Manchmal knarrt es zwischen zwei Dielen, weil sich Nut und Feder bei jedem Schritt gegeneinander bewegen. Dann hilft es, die Fuge zu lösen oder ein trockenes Gleitmittel einzubringen. Bei stark geschwundenen Dielen schließen wir die Fuge anschließend mit einer Holzleiste.
Hohlstellen über dem Balken
Liegt eine Diele nicht ganz auf dem Balken auf, federt sie bei jedem Schritt nach. Wir füttern sie mit einem Keil oder einer Leiste auf, wo man herankommt, und schrauben sie dann fest. Ist der Boden von unten zugänglich, etwa über einen Keller, geht das oft ohne sichtbare Spur.
Wenn der ganze Boden federt
Gibt nicht eine Diele nach, sondern die ganze Fläche, liegt es an den Balken. Sie können knapp bemessen, durchgebogen oder an den Auflagern geschwächt sein. Dann soll ein Statiker oder Zimmerer die Balkenlage prüfen, bevor wir weiterarbeiten. Nachschrauben allein bringt einen federnden Boden nicht zur Ruhe.
Die Reihenfolge entscheidet
Wer schleifen lassen will, sollte das Nachziehen nicht auslassen. Eine Diele, die sich beim Schleifen bewegt, bekommt Wellen und Kanten, weil die Walze sie ungleichmäßig erfasst. Deshalb ziehen wir immer zuerst fest, versenken die Schraubenköpfe tief genug und schleifen erst danach. So liegt der Boden auch unter der neuen Oberfläche still.
Alte Dielen im Fachwerkhaus am Gerricusplatz
Im Ortskern stehen Häuser, die deutlich älter sind als die Werkswohnungen. Ihre Dielen sind oft breiter, unregelmäßig und liegen nicht ganz waagerecht. Hier begradigen wir nichts, sondern schrauben lose Stellen behutsam nach und tauschen einzelne gebrochene Dielen gegen Holz gleicher Stärke. Die Schiefe gehört zum Haus, und die Türen haben sich über die Zeit daran angepasst.
Danach: schleifen oder überbauen
Sind die Dielen fest, entscheiden Sie, wie es weitergeht. Gut erhaltene Dielen schleifen wir, schließen Fugen und ölen oder lackieren sie. Sind sie zu dünn oder zu oft geflickt, bauen wir darauf einen Trockenestrich, wie wir ihn auf der Seite zu Wersten beschreiben, und legen einen neuen Belag darauf.
Was Gerresheimer sonst bei uns bestellen
Neben dem Knarren geht es oft um die Treppe im Reihenhaus. Wir ziehen lose Stufen nach und belegen sie mit Parkett, Vinyl oder Teppich, passend zum Boden oben und unten. Im Schlafzimmer auf alten Dielen wünschen sich viele wieder Teppichboden, weil er leise ist.
Wer das Obergeschoss nur ruhiger haben will, ohne den Holzton zu zeigen, bekommt nach dem Nachziehen einen Teppich oder einen Klickbelag auf Verlegeplatten. Im Siedlungshaus ist das oft der schnellste Weg, weil die Dielen dafür nicht geschliffen werden müssen. Die Platten gleichen kleine Höhenunterschiede zwischen den Dielen aus und verteilen die Last.
In den Wohnungen der Nachkriegszeit tauschen wir alte Beläge gegen Klick-Vinyl oder Laminat. Dort prüfen wir vorher den Estrich auf Kleberreste und Risse und spachteln, wo es nötig ist. Im Ortskern gibt es manchmal Fachwerkhäuser mit sehr alten Dielen, die wir nur behutsam ausbessern.
Was die Arbeit an Gerresheimer Dielen kostet
In der Tabelle steht reiner Arbeitslohn inklusive Umsatzsteuer, so wie wir ihn im September 2026 in Gerresheim erfahrungsgemäß berechnen. Das Nachziehen selbst rechnen wir nach Aufwand im Festpreisangebot, weil die Zahl der Stellen von Haus zu Haus schwankt.
| Arbeit | Preis |
|---|---|
| Dielen abschleifen mit Fugen und Oberfläche | 28–50 €/m² |
| 35 m² Altbau-Dielen abschleifen | 1.200–2.150 € |
| Trockenestrich inklusive Material | 40–70 €/m² |
| Treppenstufe mit Parkett oder Massivholz | 150–300 € je Stufe |
| Treppenstufe mit Teppich | 50–100 € je Stufe |
| Teppichboden verlegen | 10–25 €/m² |
Für einen ersten Überschlag mit Ihrer eigenen Fläche gibt es den Kostenrechner.
Enge Treppen, Nutzgärten und Nachbarn
In den Reihenhäusern ist die Treppe schmal und steil. Schleifmaschinen und Platten tragen wir in Teilen hinauf und schützen Stufen und Handlauf vorher. Die große Schleifmaschine braucht einen passenden Stromanschluss, den wir beim Aufmaß mit Ihnen suchen.
Wo die Häuser Wand an Wand stehen, hört der Nachbar mit. Wir sagen vorher Bescheid, wann geschliffen wird, und bleiben bei den üblichen Werktagszeiten. Vor den Werkshäusern ist meist Platz für unseren Wagen; in der Altstadt am Gerricusplatz klären wir das Parken vorher.
Alte Dielen, die wir ersetzen, und Laminat gehören nicht zum Sperrmüll. Wir nehmen sie mit und führen die Entsorgung als eigene Zeile im Angebot.
So läuft die Arbeit an Ihren Dielen ab
Sie rufen an, wir kommen zum Aufmaß. In 30 bis 60 Minuten gehen wir jeden Raum ab, hören, wo es knarrt, und messen Flächen, Türen und Treppe. Danach bekommen Sie ein Festpreisangebot mit Positionen je Arbeit.
Einen Starttermin gibt es erfahrungsgemäß innerhalb von einer bis vier Wochen. Am ersten Tag ziehen wir die Dielen nach. Soll geschliffen werden, rechnen wir für 25 bis 40 m² mit Oberfläche erfahrungsgemäß zwei bis drei Arbeitstage. Für eine Treppe mit 13 bis 15 Stufen sind es meist zwei bis drei Tage.
Zum Schluss setzen wir die Leisten, reinigen und gehen mit Ihnen durch die Räume. Ist es ruhig geworden, halten wir die Abnahme im Protokoll fest.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Manche Ursachen für einen unruhigen Boden stecken in der Tragkonstruktion oder liegen draußen im Garten. Dafür gibt es eigene Fachleute, und wir sagen Ihnen, welche.
- Balken prüfen oder verstärken: Federt die ganze Decke, gehört die Balkenlage vor einen Statiker oder Zimmerer.
- Eine neue Treppe: Die baut ein Tischler oder Treppenbauer. Die vorhandene Treppe belegen wir neu.
- Terrasse im Garten: Holzdecks und Beläge im Außenbereich legt ein Garten- oder Terrassenbauer.
Vom Gerricusplatz bis an die Stadtgrenze
Wir arbeiten in ganz Gerresheim: rund um den Gerricusplatz, an der Benderstraße, in den Werkshäusern an der Heyestraße, in der Burghofsiedlung, an der Torfbruchstraße und am Quellenbusch. Nach Westen grenzt Grafenberg an, wo alte Terrazzoflure liegen.
Südwestlich liegt Flingern mit vielen Schichten auf alten Dielen. Nach Osten geht es über die Stadtgrenze nach Erkrath, wo in Hochdahl oft Mosaikparkett aus den 1960ern und 1970ern liegt. Über Vennhausen erreichen wir im Süden Eller.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Dielen abschleifen: wie aus festen alten Dielen wieder ein warmer Holzboden wird.
- Treppenrenovierung: Stufen nachziehen und neu belegen, mit Profilen und passendem Holzton.
- Trockenestrich: der ruhige, ebene Untergrund auf der Balkendecke.
- Holzboden im Altbau: Balkendecke, Dielen, Parkett unter Teppich und was man aus jedem Befund macht.
- Teppichboden verlegen: der leise Belag fürs Schlafzimmer auf alten Dielen.
Damit es morgens wieder still ist
Wenn Ihre Dielen in Gerresheim knarren, rufen Sie uns an: 0231 989 43846, Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr. Beim Termin gehen wir mit Ihnen durch das Haus und hören jede laute Stelle ab. Wer lieber schreibt, schildert sein Haus im Formular unten auf der Seite.
