Die kurze Antwort: Dielen, Parkett oder Estrich, je nach Baujahr
In einem Düsseldorfer Haus aus der Gründerzeit liegen unter Teppich oder PVC typischerweise Nadelholzdielen auf einer Holzbalkendecke, in besseren Wohnungen darüber Stab- oder Fischgrätparkett. In einem Nachkriegshaus liegt dagegen meist Zementestrich auf einer Betondecke, darauf verklebtes Parkett, Kunststoffplatten oder Teppich. Welcher Aufbau in Ihrem Haus liegt, zeigt erst der Blick unter den Belag. Wer freigelegte Dielen aufarbeiten lässt, zahlt für 35 m² Altbau-Dielen abschleifen erfahrungsgemäß 1.200 bis 2.150 € Arbeitslohn, brutto, ohne Material, Stand September 2026.
Dieser Ratgeber geht die häufigen Befunde durch, vom Dielenboden bis zum schwarzen Kleber. Zu jedem Befund steht, welche Wege es gibt und woran man den richtigen erkennt.
Warum in Düsseldorf Altbau und Nachkriegsbau Tür an Tür stehen
Düsseldorf hat im Krieg einen großen Teil seiner Häuser verloren. Als die US-Armee im April 1945 einmarschierte, waren 49,4 Prozent aller Wohngebäude schwer beschädigt oder zerstört, nur 7 Prozent des Gebäudebestands waren unbeschädigt. Nach dem Neuordnungsplan von 1950 wurden viele Häuser höher wiederaufgebaut als zuvor.
Die Folge sieht man bis heute in fast jedem innerstädtischen Block: Ein Gründerzeithaus mit Holzbalkendecken steht neben einem Wiederaufbau mit Massivdecke. Größere Zusammenhänge alter Häuser gibt es dort, wo die Bomben weniger trafen oder wo instand gesetzt statt neu gebaut wurde. Das gilt für Oberkassel, wo der Denkmalbereich 402 Häuser umfasst, für die Friedrichstadt, Teile von Pempelfort, Düsseltal, Flingern und Unterbilk. Grafenberg blieb laut Stadtteilgeschichte von Kriegsschäden weitgehend verschont.
Für den Boden bedeutet das: Die Adresse sagt wenig. Zwei Häuser nebeneinander können völlig verschiedene Böden haben, und selbst in einem Altbau kann nach dem Krieg eine Etage neu aufgebaut worden sein.
So finden Sie heraus, was unter Ihrem Belag liegt
Ein Blick an drei Stellen verrät meist schon viel. Man braucht dafür kein Werkzeug außer einer Taschenlampe.
Am Heizungsrohr. Wo das Rohr durch den Boden kommt, ist der Belag ausgeschnitten. Oft sieht man dort Holzkanten, Parkettstäbe oder grauen Estrich.
An der Türschwelle. Unter einer losen Übergangsschiene zeigt sich der Schichtaufbau im Querschnitt. Mehrere Lagen übereinander sind im Altbau keine Seltenheit.
In einer Schrankecke. Teppich lässt sich dort oft ein Stück zurückschlagen, ohne dass es später jemand sieht.
Klingt der Boden beim Klopfen hohl und federt er beim Gehen, liegt fast sicher eine Holzbalkendecke darunter. Ein harter, dumpfer Klang deutet auf Estrich. In einfachen Mietshäusern um 1900 liegen manchmal fünf Schichten aus hundert Jahren übereinander, wie auf der Seite Bodenleger in Flingern beschrieben. Was genau darunter liegt, zeigt erst das Freilegen einer kleinen Fläche.
Befund 1: Nadelholzdielen auf der Holzbalkendecke
Das ist der häufigste Befund im Gründerzeithaus. Die Dielen sind oft gestrichen oder lackiert, zwischen ihnen klaffen Fugen, an den Rändern fehlen Stücke.
Schleifen und zeigen. Farbe und Lack werden abgeschliffen, Nägel versenkt, lose Dielen nachgeschraubt. Breite Fugen werden mit Holzleisten geschlossen, schmale mit Fugenkitt. Danach wird geölt oder lackiert. Das Dielenschleifen mit Fugenbehandlung kostet erfahrungsgemäß 28 bis 50 Euro je Quadratmeter. Einzelheiten stehen unter Dielen abschleifen, und wie das in Pempelforter Altbauten aussieht, zeigt die Seite Bodenleger in Pempelfort.
Knarren beheben. Knarren entsteht meist durch lockere Nägel und Dielen, die aneinander reiben. Nachschrauben auf die Balken hilft oft. Federt der ganze Boden, gehört die Balkenlage vor jeder weiteren Arbeit in die Hände eines Statikers. Die Seite Bodenleger in Gerresheim beschreibt diesen Fall im Siedlungs- und Werkshaus.
Überbauen. Wer Vinyl, Parkett oder einen anderen harten Belag möchte, braucht einen ebenen Unterbau. Nassestrich wäre für die Holzdecke zu schwer und bringt Wasser in die Balken. Trockenestrich aus Platten auf einer Ausgleichsschüttung ist hier das übliche Mittel. Er kostet einschließlich Material erfahrungsgemäß 40 bis 70 Euro je Quadratmeter. Mehr dazu unter Trockenestrich.
Befund 2: Stab- oder Fischgrätparkett unter dem Teppich
In großbürgerlichen Wohnungen kommt unter dem Teppich oft Eichenparkett zum Vorschein, im Fischgrät- oder Stabmuster, manchmal mit Fries am Rand. Es trägt dann Nagellöcher, Kleberreste und Stellen, an denen früher ein Ofen stand oder Rohre nachträglich durchgezogen wurden.
Ob es sich aufarbeiten lässt, entscheidet die verbliebene Nutzschicht über der Nut. Jeder frühere Schliff hat davon etwas genommen. Lose Stäbe werden neu verleimt, fehlende aus passendem Altholz oder gleicher Holzart ergänzt. Danach wird in mehreren Gängen geschliffen, gekittet und geölt oder lackiert.
Erfahrungswerte, brutto, ohne Material, Stand September 2026:
| Arbeit | Arbeitskosten |
|---|---|
| Parkett schleifen und versiegeln oder ölen | 30–50 € je m² |
| 25 m² Parkett schleifen und versiegeln | 950–1.650 € |
| 40 m² Parkett schleifen und ölen | 1.400–2.400 € |
| Einzelne Stäbe tauschen | 150–400 € je Stelle |
Wie das bei den großen Wohnungen links des Rheins aussieht, zeigt die Seite Bodenleger in Oberkassel. Den Schliff selbst beschreibt Parkett schleifen.
Befund 3: Parkett auf schwarzem Kleber im Nachkriegshaus
In Häusern der 1950er und 1960er Jahre wurde Stab- oder Mosaikparkett häufig direkt auf den Zementestrich geklebt, oft mit schwarzem Kleber. PAK-haltige Teerkleber für Parkett wurden laut Verbraucherzentrale NRW etwa bis in die 1960er Jahre verwendet. Die Verbraucherzentrale rät, solches Parkett nicht abzuschleifen, sondern eine Probe untersuchen und es gegebenenfalls von einer Fachfirma entfernen zu lassen.
Schwarze Farbe allein beweist noch keinen Teerkleber. Solange das Parkett fest liegt und versiegelt ist, lässt sich die Probe in Ruhe planen. Kritisch sind Schleifen bis auf den Kleber und das Herausreißen. Den Ablauf von der Probe bis zur Entscheidung beschreibt die Seite Bodenleger in Eller.
Befund 4: Kunststoffplatten unter dem Teppich
Quadratische graue oder beige Platten, oft 25 × 25 oder 30 × 30 Zentimeter, stammen meist aus den 1950er bis 1970er Jahren. Darunter können Vinyl-Asbest-Platten sein, oft Floor-Flex genannt; sie enthalten laut Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg rund 20 Prozent Asbest. Asbest ist in Deutschland seit dem 31.10.1993 verboten.
Die Platten werden nicht angebrochen, geschliffen oder abgeschabt. Eine Materialprobe klärt, ob Asbest enthalten ist. Nach § 5a der Gefahrstoffverordnung teilt der Auftraggeber dem Betrieb vorab das Baujahr und bekannte Verdachtsmomente mit, auch als Privathaushalt. Mehr dazu unter Asbest und Teerkleber und auf der Seite Bodenleger in Garath.
Die Holzbalkendecke und der Nachbar darunter
Ein Teppich hat den Trittschall im Altbau jahrzehntelang geschluckt. Kommen Parkett oder geschliffene Dielen zum Vorschein, hört die Wohnung darunter plötzlich jeden Schritt. Die Balkendecke überträgt Schwingungen stärker als eine Betondecke.
In der Eigentumswohnung ist das mehr als eine Frage der Rücksicht. Der Bundesgerichtshof hat am 26.06.2020 entschieden (V ZR 173/19), dass beim Belagwechsel der Trittschallschutz nach der DIN 4109 aus der Bauzeit geschuldet ist. Das gilt auch, wenn die Decke selbst schlecht gedämmt ist. Der Fall kam vom Landgericht Düsseldorf. Wie man darauf reagiert, beschreiben Trittschall in der Eigentumswohnung und die Seite Bodenleger in Friedrichstadt.
Höhen, Türen und Sockelleisten im Altbau
Altbauböden sind selten eben und nie ganz waagerecht. Türen haben sich über Jahrzehnte an den Boden angepasst. Kommt ein neuer Belag oder ein Trockenestrich darauf, schleifen sie unten. Innentüren lassen sich kürzen, bei Wohnungseingangstüren mit Dichtung sprechen wir vorher mit der Hausverwaltung.
Die hohen Sockelleisten der Gründerzeit sind oft ein Grund, den alten Boden zu behalten. Sie lassen sich abnehmen, aufarbeiten und wieder setzen. Kommt ein Aufbau hinzu, verlieren sie an Höhe, das sollte man vorher wissen.
In Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, wie in der Kaiserswerther Altstadt, gilt oft ein anderer Grundsatz: Die Schiefe gehört zum Haus. Einzelne Dielen zu tauschen ist dort meist klüger als zu begradigen. Die Seite Bodenleger in Kaiserswerth beschreibt das.
Wann der Boden selbst unter Denkmalschutz steht
Nach § 9 Denkmalschutzgesetz NRW braucht eine Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde, wer ein Baudenkmal oder einen Teil davon verändert. Das kann historische Parkett- oder Dielenböden betreffen, wenn sie zum Denkmalwert des Hauses gehören. Die Anfrage geht in Düsseldorf an das städtische Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege, das als Untere Denkmalbehörde entscheidet.
Die Düsseldorfer Denkmalbereiche, etwa in Oberkassel, Eller oder Benrath, betreffen in der Regel nur das Äußere der Häuser. Ein neuer Boden in einer Wohnung ist dort normalerweise kein Thema für die Behörde, solange das Haus nicht zusätzlich Einzeldenkmal ist. Ob das der Fall ist, klären wir mit Ihnen vor dem Angebot.
Welcher Weg zu welchem Befund passt
| Befund | Naheliegender Weg | Wann ein anderer Weg passt |
|---|---|---|
| Dielen, fest, mit Fugen | schleifen, Fugen schließen, ölen oder lackieren | Dielen zu dünn oder stark beschädigt: Trockenestrich und neuer Belag |
| Dielen, federnd oder knarrend | nachschrauben, danach schleifen | Balken geschwächt: erst Statik, dann entscheiden |
| Stab- oder Fischgrätparkett | aufarbeiten, Stäbe ergänzen | Nutzschicht verbraucht: neuer Belag darüber |
| Parkett auf schwarzem Kleber | Probe abwarten | Befund positiv: fest liegend überbauen oder fachgerecht ausbauen |
| Kunststoffplatten | Probe abwarten | Befund positiv: überbauen oder Ausbau nach TRGS 519 |
Was wir im Altbau tun
Beim Aufmaß öffnen wir den Belag an einer unauffälligen Stelle, klopfen die Fläche ab und prüfen, wie die Dielen oder Stäbe liegen. Danach nennen wir den Weg, der zu Ihrem Befund passt, mit Festpreis. Ist die Menge an Ergänzungen erst nach dem Freilegen sicher, steht sie im Angebot als eigene Position mit Preis je Stelle. Bei Verdacht auf Asbest oder Teerkleber arbeiten wir erst weiter, wenn das Ergebnis der Probe da ist.
Den Befund gemeinsam ansehen
Wenn Sie wissen wollen, was unter Ihrem Teppich liegt und was es wert ist, kommen wir zum kostenlosen Aufmaß. Musterstücke für Öl und Lack bringen wir mit.
Beschreiben Sie uns Ihren Fund am Telefon unter 0231 989 43846, von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr. Oder Sie schicken uns über das Formular ein paar Zeilen zum Baujahr und zu dem, was Sie schon gesehen haben.
