Erst schauen, was unter dem Teppich liegt
Der Teppich im Wohnzimmer ist durch, der Nachmieter kommt in drei Wochen, und beim Anheben einer Ecke zeigen sich graue, quadratische Platten. In Garath ist das keine Seltenheit, und deshalb klären wir hier zuerst den Untergrund. Danach kosten 40 m² Klick-Vinyl samt Ausbau des alten Teppichs erfahrungsgemäß 1.050–1.900 € Arbeitslohn, brutto und ohne Material. Das gilt für Mieter, Vermieter und Eigentümer, sobald feststeht, dass die Platten liegen bleiben dürfen oder fachgerecht entfernt sind.
Die meisten Häuser in Garath sind zwischen 1961 und 1972 entstanden. In dieser Zeit wurden Kunststoffplatten und PVC-Bahnen in großen Mengen verlegt, und viele davon liegen heute noch unter späteren Belägen. Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein Grund, nicht einfach loszureißen. Wir erklären auf dieser Seite, was wir vorfinden, was Sie tun und was wir tun.
Drei Wohnungen, drei Befunde
Unter dem Belag einer Garather Wohnung kann vieles liegen. Die folgenden drei Befunde begegnen uns häufig.
Der Teppich auf dem nackten Estrich
In manchen Wohnungen wurde der Teppich direkt auf den Estrich geklebt. Nach dem Ausbau bleiben Rückenreste und Kleber, die wir abschleifen. Danach ist der Weg frei für Vinyl, Laminat oder Parkett.
Platten unter dem Teppich
In anderen Wohnungen liegen unter dem Teppich die ursprünglichen Kunststoffplatten, häufig im Format 25 × 25 oder 30 × 30 cm, grau, beige oder marmoriert. Sie sehen harmlos aus und sind oft noch fest. Genau diese Platten sollten nicht angebrochen werden, bevor klar ist, was darin steckt.
Die PVC-Bahn mit Schaumrücken
In Küchen und Fluren findet sich manchmal eine PVC-Bahn mit weichem, grauem Rücken. Das kann ein Cushion-Vinyl-Belag sein. Er wird beim Herausreißen leicht beschädigt, und deshalb gilt auch hier: erst prüfen.
Die Wohnstadt Garath und ihre Bauzeit
Garath ist das größte zusammenhängende Bauprojekt Düsseldorfs. Die Planung begann 1956/57 unter Friedrich Tamms, 1958 folgte ein Wettbewerb, aus dem der Entwurf von Max Guther hervorging. Gebaut wurde von 1961 bis 1972 als „Wohnstadt Garath“, mit 8.000 Wohnungen für über 30.000 Menschen.
Neben mehrgeschossigen Wohnblöcken und Hochhäusern entstanden Reihen- und Einfamilienhäuser. Die Wärme kam von Anfang an aus einem zentralen Heizwerk, das ab 1965 in Betrieb ist. Rund um die Frankfurter Straße, die Fritz-Erler-Straße und den S-Bahnhof prägen die Bauten dieser elf Jahre das Bild. Für den Boden heißt das: Tausende Wohnungen mit derselben Bauzeit und ähnlichen ersten Belägen.
Was Decke, Estrich und Türen in Garath vorgeben
Unter den Belägen liegt in Garath meist ein Estrich auf einer Betondecke, oft schwimmend auf einer Dämmschicht. Das ist ein guter Untergrund, wenn er eben und trocken ist.
Estrich aus den 1960er Jahren
Der Estrich ist nach sechzig Jahren trocken und in der Regel fest. Wo alte Beläge verklebt waren, bleiben Kleberreste, Spachtelflecken und manchmal Risse. Die prüfen wir, bevor wir entscheiden, ob Schleifen genügt oder gespachtelt wird.
Türen, die knapp über dem alten Belag hängen
Die Innentüren wurden damals auf einen dünnen Belag eingestellt. Ein Klickboden mit Unterlage oder ein Überbau über alten Platten macht den Boden höher. Wir messen an jeder Tür und schreiben ins Angebot, welche gekürzt werden muss. Die Wohnungseingangstür kürzen wir nicht eigenmächtig, das klärt der Eigentümer mit der Verwaltung.
Trittschall im Mehrfamilienhaus
In den Blöcken wohnt fast immer jemand unter Ihnen. Ein harter Belag braucht deshalb eine passende Trittschalldämmung, bei Klick-Vinyl oft schon im Produkt enthalten. In einer Eigentumswohnung gilt beim Belagwechsel der Schallschutz nach der DIN 4109 aus der Bauzeit (BGH, 26.06.2020, V ZR 173/19).
Heizkörper statt Heizung im Boden
In den Wohnungen dieser Bauzeit führen die Heizungsrohre meist zu Heizkörpern, eine Fußbodenheizung ist selten. An den Rohren schneiden wir den Belag passend aus und setzen Rosetten.
Floor-Flex-Platten und Asbest: was vor dem Entfernen passiert
Alte Kunststoffplatten und PVC-Bahnen mit Schaumrücken können Asbest enthalten, und das lässt sich nur im Labor feststellen. Solange sie fest liegen und niemand sie bricht, schleift oder abstemmt, geht davon in der Regel wenig aus. Wichtig ist deshalb die Reihenfolge: erkennen, nicht anfassen, untersuchen lassen, dann entscheiden.
Was diese Platten sind
Vinyl-Asbest-Platten, oft „Floor-Flex“ oder „Flex-Platten“ genannt, wurden laut der Landesanstalt LUBW in den 1950er bis 1970er Jahren sehr häufig verbaut. Sie enthalten rund 20 % Asbest, fest in der Kunststoffmasse gebunden, und sind spröde. Bei Cushion-Vinyl besteht der Rücken zu 40–98 % aus Asbest, der dort nur schwach gebunden ist. Seit dem Verbot vom 31.10.1993 wird beides nicht mehr hergestellt oder verwendet. Auch der schwarze Kleber unter solchen Platten kann asbesthaltig sein.
Erkennen, ohne etwas zu beschädigen
Typisch sind quadratische Platten mit feinen Fugen, oft marmoriert, manchmal mit schwarzem Kleber in den Fugen. Von Linoleum oder heutigem PVC sind sie mit dem Auge kaum zu unterscheiden. Heben Sie keine Platte mit dem Spachtel an und klopfen Sie keine heraus. Machen Sie ein Foto und lassen Sie den Teppich, wo er ist.
Die Probe
Klarheit bringt eine Materialprobe, die ein Labor untersucht. Wie die Probe entnommen und verschickt wird, erklärt Ihnen das Labor oder ein Sachverständiger. Das Ergebnis sagt, ob Asbest enthalten ist, und bestimmt den weiteren Weg. Bis dahin planen wir den Verlegetermin nicht fest.
Weg eins: liegen lassen und überbauen
Liegen die Platten fest und sind nicht gebrochen, können sie oft bleiben, wo sie sind. Dann verlegen wir einen schwimmenden Belag darüber, etwa Klick-Vinyl oder Laminat mit Unterlage. Die Platten werden dabei weder geschliffen noch angebohrt, Sockelleisten befestigen wir an der Wand. Der Boden wird um die Höhe des neuen Belags höher, und wir prüfen die Türen.
Weg zwei: fachgerecht entfernen
Sollen oder müssen die Platten heraus, übernimmt das ein Fachbetrieb mit sachkundigem Personal nach TRGS 519. Für Vinyl-Asbest-Platten gibt es ein geprüftes, emissionsarmes Verfahren. Die Platten gelten danach als gefährlicher Abfall und gehören weder in den Sperrmüll noch in die normale Bauschuttannahme. Ist die Fläche frei und freigegeben, spachteln wir den Estrich und verlegen.
Was Sie als Auftraggeber tun
Nach § 5a der Gefahrstoffverordnung teilen Sie uns vor der Arbeit das Baujahr und alle bekannten Hinweise auf Schadstoffe mit, auch als Privathaushalt. Als Mieter informieren Sie zuerst den Vermieter oder die Hausverwaltung, denn der Boden gehört zur Mietsache. Im Angebot stehen unsere Arbeiten und eine mögliche Entfernung durch den Fachbetrieb getrennt, damit jeder sieht, was was kostet.
Schwarzer Teerkleber unter altem Parkett ist ein anderes Thema; wie wir damit umgehen, steht auf der Seite Bodenleger Eller. Die Grundlagen für ganz Düsseldorf fasst der Ratgeber Asbest und Teerkleber im Boden zusammen.
Was in Garath am häufigsten bestellt wird
In Garath geht es meist um ganze Wohnungen, die zwischen zwei Mietern oder vor einem Einzug neu belegt werden. Klick-Vinyl und Laminat liegen dabei vorn.
Viele Vermieter und Hausverwaltungen bestellen einen robusten Boden, der in wenigen Tagen liegt; wie so ein Belagwechsel zwischen zwei Mietern zeitlich aufgeht, beschreibt die Seite Heerdt. Käufer eines Reihenhauses lassen häufig das ganze Erdgeschoss neu machen, oft mit Parkett. Dazu kommen Sockelleisten, Übergänge zu Fliese und Balkontür und der Ausbau alter Teppiche.
Was ein neuer Boden in Garath kostet
Eine ganze 70-m²-Wohnung mit Rückbau, Spachteln und Klick-Vinyl liegt laut unserem Rechner meist bei 2.150–3.900 € Arbeitslohn. Die Zahlen gelten inklusive Umsatzsteuer und geben unsere Erfahrung wieder, Stand September 2026.
| Arbeit oder Beispiel | Erfahrungswert, ohne Material |
|---|---|
| Klick-Vinyl schwimmend | 18–32 € je m² |
| Klick-Laminat schwimmend, mit Trittschallunterlage | 18–35 € je m² |
| Alten Teppich entfernen | 4–10 € je m² |
| 40 m² Klick-Vinyl, alter Teppich raus | 1.050–1.900 € |
| 70 m² Wohnung: alter Belag raus, spachteln, Klick-Vinyl | 2.150–3.900 € |
Klick-Vinyl kostet je nach Produkt meist 20–50 € je m², Laminat meist 10–35 €. Die Untersuchung einer Probe und eine Entfernung asbesthaltiger Platten sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Andere Flächen rechnen Sie mit dem Bodenrechner auf der Kostenseite nach. Wer die Wohnung selbst bewohnt, kann 2026 nach § 35a EStG 20 % der Arbeitskosten absetzen, höchstens 1.200 € im Jahr, nur mit Rechnung und Überweisung.
Arbeiten im Wohnblock
Die Garather Blöcke haben mehrere Etagen, die Hochhäuser einen Aufzug. Wir schützen Aufzug und Treppenhaus, bevor das erste Paket hineingeht.
Die Hausverwaltung bekommt vorab den Termin, die Nachbarn einen Aushang, wenn gesägt und geschliffen wird. Wo vor dem Haus kein Platz zum Laden ist, beantragen wir ein Halteverbot, in Düsseldorf 35 € bei 14 Tagen Vorlauf. Alten Teppich nehmen wir gerollt mit; nicht verklebte Beläge dürften Düsseldorfer Haushalte auch gerollt und höchstens 2 m lang zum AWISTA-Sperrmüll geben. Verklebte Reste und Laminat gehören nicht dorthin, und asbesthaltige Platten sowieso nicht.
Vom Aufmaß bis zur Übergabe
Vom Auftrag bis zum Start vergehen meist ein bis vier Wochen. Taucht beim Aufmaß ein Plattenverdacht auf, kommt die Zeit für Probe und gegebenenfalls Fachbetrieb davor.
Beim Aufmaß heben wir an einer unauffälligen Stelle den Teppich an, ohne darunter etwas zu beschädigen. Ist der Untergrund geklärt, beginnt die Arbeit mit dem Ausbau des alten Belags. Danach wird der Estrich geschliffen und, wo nötig, gespachtelt; die Masse braucht je nach Produkt einige Stunden bis einen Tag. Dann verlegen wir, setzen Leisten und Profile und kürzen Türen. Eine 70-m²-Wohnung ist so erfahrungsgemäß in 3–5 Arbeitstagen fertig, mit Abnahme und Protokoll am Ende.
Wofür Sie einen anderen Betrieb brauchen
Wir verlegen den neuen Boden und bereiten den Untergrund vor. Bei zwei Themen, die in Garath öfter auftauchen, ist ein anderer Betrieb gefragt.
- Asbesthaltige Platten und Kleber entfernen gehört zu einem Fachbetrieb nach TRGS 519, als eigener Auftrag. Wir kommen danach.
- Laboranalyse der Probe macht ein Labor oder ein Sachverständiger, nicht der Bodenleger.
- Estrichtrocknung nach einem Wasserschaden und die Leckortung laufen über einen Trocknungsbetrieb und die Versicherung.
- Fliesen in Bad und Küche legt der Fliesenleger, wir schließen den Boden daran an.
Garath, Hellerhof und die Nachbarn
Wir arbeiten in ganz Garath, von den Blöcken an der Frankfurter Straße über die Fritz-Erler-Straße bis zu den Reihenhäusern Richtung Schloss Garath. Das benachbarte Hellerhof gehört ebenso dazu.
Nach Norden liegen Benrath und das Dorf Urdenbach mit seinen Reihenhaustreppen. Östlich beginnt Hilden, südlich Langenfeld mit vielen Einfamilienhäusern. Und rheinaufwärts liegt Monheim am Rhein, dessen Berliner Viertel aus derselben Zeit stammt wie Garath.
Wo Sie tiefer einsteigen können
- Alten Belag entfernen lassen: Teppich, PVC und Parkett raus, mit Entsorgung und Preisen je m².
- Vinylboden verlegen: Klick-Vinyl für Wohnung und Mieterwechsel.
- Den Boden einer ganzen Wohnung erneuern: alle Räume in einem Zug, mit Tagen und Beispielpreisen.
- Neuer Boden in der Mietwohnung: was Mieter und Vermieter vorher klären.
- Estrich spachteln und ausgleichen: wenn nach dem Rückbau Mulden bleiben.
Ihr Termin in Garath
Rufen Sie an, wenn Sie in Garath einen neuen Boden planen oder unter dem alten Belag etwas gefunden haben. Wir kommen zum Aufmaß, schauen uns den Untergrund an und sagen Ihnen, welcher Weg zu Ihrer Wohnung passt. Unter 0231 989 43846 erreichen Sie uns montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Oder Sie beschreiben Ihr Vorhaben im Formular am Ende dieser Seite.
